Wohngipfel: GroKo startet Wohnraumoffensive

Mit einem „historisch einmaligen“ Maßnahmenpaket will die Bundesregierung für eine Entspannung des Wohnraumsektors sorgen. Welche Pläne dabei im Fokus stehen, haben wir für Sie zusammengefasst.

In turbulenten Zeiten soll der Wohngipfel der GroKo die hohen Wohn- und Mietkosten in Angriff nehmen, die vielen Bürgern das Leben schwer machen. Insgesamt 13 Milliarden Euro sollen innerhalb dieser Legislaturperiode investiert werden, um das Ziel von mehr bezahlbarem Wohnraum zu erreichen. Als „eine große Kraftanstrengung“ bezeichnet Kanzlerin Angel Merkel den Weg, der vor Ihnen liegt und Bundesinnenminister Horst Seehofer betont: „Wir setzen hier einen Investitionsschwerpunkt im Bundeshaushalt. Und das aus gutem Grund. Denn alle Verantwortlichen haben zwischenzeitlich erkannt, dass die Wohnungsfrage die zentrale Frage unserer Zeit ist.“

Im Folgenden lesen Sie die wesentlichen Maßnahmen, die das Wohngipfel-Paket enthalten soll:

Mehr Sozialwohnungen

Das Ziel: 100.000 neue Sozialwohnungen bis 2021. Um den Neubau von Sozialwohnungen zu fördern, stellt der Bund den Ländern bis zum Jahr 2021 mindestens fünf Milliarden Euro zur Verfügung.

Baukindergeld

Um Familien beim Erwerb von Wohneigentum zu unterstützen, haben sich die Koalitionspartner bereits vor einiger Zeit auf das Baukindergeld geeinigt. Der staatliche Zuschuss soll es Familien mit Kindern erleichtern, den Immobilienkauf zu finanzieren. Pro Kind und Jahr gibt es für den Zeitraum von zehn Jahren 1.200 Euro.

Geringere Maklerkosten bei Kaufimmobilien

Union und SPD haben sich darauf geeinigt, die Maklerkosten beim Erwerb von selbstgenutztem Wohneigentum zu senken.

Steuerliche Anreize beim Bau neuer Mietwohnungen

Um Privatinvestoren zum Bau bezahlbarer Mietwohnungen zu motivieren, sollen steuerliche Anreize in Form von Sonderabschreibungen geschaffen werden. Geplant ist eine rückwirkend zum 31. August 2018 geltende Sonder-AfA. Durch diese kann jeder, der bis 31. Dezember 2021 neue Mietwohnungen schafft, jährlich fünf Prozent der anfallenden Anschaffungs- und Herstellungskosten abschreiben.

Förderung von altersgerechtem Wohnen

Um dem steigenden Bedarf an altersgerechtem Wohnraum gerecht zu werden, soll ein Fokus auf die Förderung entsprechender Umbaumaßnahmen gelegt werden. Das KfW-Programm „Altersgerecht Umbauen“ zielt darauf ab, es Senioren zu ermöglichen, möglichst lange in Ihren Wohnungen und Häusern bleiben zu können. Die Zuschüsse können dafür beantragt werden, die jeweilige Immobilie barrierefrei zu gestalten.

Preisvorteile für Kommunen

Um zu verhindern, dass Fremdinvestoren vorhandenes Bauland für den Bau teurer Luxuswohnugen kaufen, soll das Land bevorzugt zu günstigeren Preisen an die Kommunen gehen.

Lockerung von Bauvorschriften

Eine Reform der geltenden Bauvorschriften soll den Neubau von Immobilien erleichtern. Das Ziel sind schlankere Vorschriften, die ein Bauvorhaben beschleunigen und günstiger machen. Das soll im optimalen Fall auch die vereinfachte Bereitstellung von Bauland beinhalten.

Grundsteuerreform

Die Berechnung der Grundsteuer ist schon seit längerem umstritten und wurde im April 2018 gar für verfassungswidrig erklärt. Nun sollen Bund und Länder gemeinsam eine sinnvolle Reformstrategie für die Gestaltung der Grundsteuer erarbeiten.

Umwandlungsschutz für Mietwohnungen

Der Bund will den Bestand an Mietwohnungen schützen, indem er die Umwandlung von Miet- zu Eigentumswohnungen erschwert. Ausnahmen sollen laut Ländern und Kommunen nur in Einzelfällen geltend gemacht werden dürfen.

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