Neues Jahr, neue Kosten: Was Immobilienkäufer und -besitzer wissen sollten

Wie in jedem Jahr, gibt es auch in 2019 einige Neuerungen und Änderungen, die sowohl für Immobilienkäufer als auch -besitzer interessant sind. Von Nebenkosten über Bestellerprinzip bis hin zur Grundsteuer – lesen Sie hier, was wichtig ist.

Bestellerprinzip soll Immobilienkäufer entlasten

Seit einiger Zeit wird darüber beraten, das Bestellerprinzip, das seit 2015 für Vermietungen gilt, auch für Immobilienkäufe anzuwenden. Dies würde bedeuten, dass der Käufer komplett von der Zahlung einer Maklercourtage befreit wird. So möchte Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) die Käufer von zu hohen Kaufnebenkosten entlasten. Nach Expertenmeinung keine effektive Methode, da sie davon ausgehen, dass diese Gebühren einfach auf den regulären Kaufpreis aufgeschlagen werden und somit sogar noch die Grunderwerbsteuer in die Höhe treiben würden. Der Effekt wäre also nahezu gleich Null.

Nebenkosten: Strom, Gas und Öl kann teuer werden

Die gute Nachricht: Die Ökostromumlage, die aktuell jeder Strombezieher zahlt, sinkt 2019 um rund fünf Prozent. Die schlechte Nachricht: Die Kosten für Strom, Gas und Öl werden voraussichtlich dennoch ansteigen. Warum? Zum einen haben sich die OPEC-Staaten auf eine Begrenzung der Fördermenge geeinigt, zum anderen haben die Strompreise an der Börse angezogen und einige Anbieter haben höhere Netzentgelte angekündigt.

Grundsteuer: Neuregelung bis Ende 2019 vorgesehen

Im April 2018 hat das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass die jetzige Grundsteuer verfassungswidrig ist. Bis Ende 2019 muss nun eine Lösung her. Der Vorschlag einer wertabhängigen Berechnung von Bundesfinanzminister Olaf Scholz stieß auf dem Spitzentreffen im Januar auf harsche Kritik. Doch auch die einfachere Variante der wertunabhängigen Flächensteuer erhielt Gegenwind. So kritisierte die SPD-Bundestagsfraktion, dass die Anwendung des Flächenmodells zur Folge hätte, dass ein „Luxusappartement am Berliner Gendarmenmarkt künftig genauso niedrig besteuert würde, wie eine gleich große Doppelhaushälfte in Berlin-Marzahn“. Einig sind sich alle Parteien über die Ziele der Neuregelung:

– „Verfassungsfeste Lösung, die das aktuelle Aufkommen für die Kommunen sichert“
– „Sozial gerechte Lösung, die die Steuerzahlungen fair verteilt“
– „Beachtung des Rechts der Kommunen, die kommunalen Hebesätze selbstständig zu bestimmen“

Darauf, wie all diese Ziele erreicht werden können, kann man jedoch nach wie vor gespannt sein.

Mietrecht: Das ändert sich für Mieter und Vermieter

Am 14. Dezember 2018 wurden im Rahmen des Mietanpassungsgesetzes (MietAnpG) einige Mietrechtsänderungen erlassen. Hier das Wichtigste in Kürze:

  • Die Modernisierungsumlage wird von elf auf acht Prozent gesenkt. Daraus resultieren geringere Mietpreiserhöhungen. Außerdem darf die Miete im Zeitraum von sechs Jahren um höchstens drei Euro/ Quadratmeter angehoben werden, wenn die Erhöhung auf einer Modernisierungsmaßnahme basiert.
  • Verschärfung der Mietpreisbremse: Seit dem 1. Januar müssen Vermieter den potenziellen Mieter vor Abschluss des Mietvertrags über die Höhe der bisherigen Miete und etwaige Modernisierungsmaßnahmen informieren, um eine Ausnahmeregelung in Anspruch nehmen zu können.
  • Seit Jahresbeginn wurden die Mietspiegel vieler Städte aktualisiert. Dies hat Auswirkungen auf die Ermittlung der ortsüblichen Vergleichsmiete.

Sie haben Fragen dazu, was Sie beim Immobilienkauf oder -verkauf noch beachten sollten? Wir beraten Sie gern. Sprechen Sie uns an.